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RosenstolzCommunity
Rosenstolz: Interviews
Ausgeschrieben: http://www.prosieben.de/music_cd/artikel/21897/
Autor Mitteilungstext
rosenstolzcommunity
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Posts: 734

Original


Foto: © Olaf Blecker - Universal

"Bei 'Das große Leben' hat es Knall gemacht!"
Bandjubiläum, neues Album und große Tourpläne: Rosenstolz im Interview

Ein Jahr lang war es still um die Berliner Band "Rosenstolz" – jetzt sind Anna R. und Peter Plate mit einer neuen Single und dem neuen Album "Das große Leben" am Start. Stefanie Bley hat Rosenstolz für ProSieben.de in München getroffen – und mit der Band über die neue CD, die geplante Tour und das 15-jährige Rosenstolz-Jubiläum gesprochen.

Fast zwei Jahre sind seit eurem letzten Studioalbum Herz ins Land gegangen, ein ganzes Jahr lang gab es keine Konzerte – und jetzt bringt ihr mit „Das große Leben“ ein unglaublich ergreifendes Album heraus. Was hat euch in den letzten Monaten bei eurer Arbeit inspiriert?
Peter:
Das wichtigste war für uns vor allem, dass wir den Mut hatten, an einem Punkt, wo alles für uns super lief, einfach mal aufzuhören, eine Pause zu machen und die Bremse zu ziehen. Wir haben uns bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und uns gesagt: „Jetzt machen wir mal wieder unser Ding“. Und unser Ding ist vor allem Musik machen, Texte schreiben und kreativ sein. Auf der Bühne zu stehen ist zwar wunderbar – aber dadurch, dass wir viel Ruhe hatten, ist ein gutes Album entstanden. Da war aber kein großer Plan dahinter.

Anna:
Genau, das ist einfach so passiert.

Hat euch im vergangenen Jahr denn auch mal etwas gefehlt – nach der langen „Herz“-Tour, zahlreichen Zusatzkonzerten … Seid ihr da nicht in ein Loch gefallen?
Anna:
Die lange Tour und die ganzen Jahre davor – die waren einfach genug. Und deswegen habe ich im letzten Jahr so gar nichts vermisst. Im Gegenteil – ich habe die Ruhe genossen.

Peter:
Wir haben vor allem ja immer gewusst: Wir kommen wieder, es geht weiter. Wir wären bestimmt in ein Loch gefallen, wenn wir gesagt hätten: „O.k. Rosenstolz, das war es jetzt“. Aber da das außer Frage stand, konnte auch ich diese Auszeit zulassen und genießen. Mir hat in der Zeit nichts, aber auch gar nichts gefehlt. Ich bin sowieso eher ein Einzelgänger beziehungsweise finde Zweisamkeit auch ganz schön, aber viele Menschen sind jetzt auch nicht immer mein Ding.


Euer neues Album heißt „Das große Leben“. Wie ist der Titel zustande gekommen?
Peter:
Als die Lieder alle fertig waren, hatten wir noch keinen Titel. Und es war auch kein Songtitel dabei, von dem wir gesagt hätten: O.k., das ist ein Albumtitel. „Ander als geplant“ zum Beispiel fanden wir als Songtitel super – aber als Albumtitel total spröde. Dann haben wir nach einer Klammer gesucht und angefangen, einen Zettel zu schreiben mit Millionen Ideen. Und bei „Das große Leben“ hat es dann „Knall“ gemacht! Schließlich erzählen wir Geschichten aus dem Leben, bei denen man am Ende dann feststellt: „Ja, genauso ist das Leben“. Und das Leben an sich ist ja auch groß.

Nun sind die Songs vom „großen Leben“ ja eher ruhig, sehr melodiös … Wie wird sich das auf die Tour auswirken? Wird die auch ruhiger als sonst?
Anna:
Definitiv nicht! Wahrscheinlich werden einige der Songs auch noch ein wenig umarrangiert, dass sie live ein bisschen mehr knallen. Aber wir spielen ja auch nicht nur neue Songs, sondern auf jeden Fall auch wieder unsere Highlights – und da wird es mit Sicherheit zur Genüge krachen!

Peter:
Ich glaube auch, dass Stücke wie „Ich bin ich“ oder „Ich geh in Flammen auf“ gut live funktionieren werden – die sind ja nicht sooo langsam. Auf dem „Herz“-Album hatten wir ja als schnelle Lieder auch nur „Willkommen“ und „Das gelbe Monster“ im Angebot.

Einen Song von eurem neuen Album, nämlich „Ich geh in Flammen auf“ habt ihr ja bereits bei der letzten Tour schon einmal live vor Publikum vorgestellt. Welchen Stellenwert haben solche Tests für euch?
Peter:
Die sind sehr wichtig. Bei „Ich geh in Flammen auf“ haben wir zum Beispiel gemerkt, dass die Version, die wir live getestet haben, auf einer CD gar nicht funktioniert. Wir haben die zwar zunächst mal so aufgenommen, aber das klang schrecklich. Live und CD – das sind dann doch zwei unterschiedliche Welten. Ob so ein Vorab-Test dann wirklich so eine große Hilfe ist, weiß ich dann gar nicht mehr so genau.

Anna:
Wobei – eigentlich hatte dieser Song auf der letzten Tour ja vor allem damit zu tun, dass Peter wieder nicht aufhören konnte, neue Songs zu schreiben – und dann gemeint hat, dass er den Titel unbedingt mit auf der Tour haben will. Also haben wir ihn halt mitgenommen.

Peter:
Na ja, mein Aktivismus ist das eine – aber andererseits ist so ein Song dann auch ein Dankeschön für so viele Fans, die immer wieder zu uns kommen. Und wenn die dann mal erleben, dass ihr achtes Konzert einer Tour anders ist als das erste, dann ist das für die ja auch ganz schön. Das macht Spaß!


Nun ist es ja so, dass ihr auf euren Konzerten bekanntermaßen auch große Massen begeistern könnt – so wie zum Beispiel in der Berliner Wuhlheide. Trotzdem fällt bei eurem Tourplan für die nächsten Monate auf, dass ihr generell eher in den großen Hallen spielt – und nicht mehr in den niedlichen kleinen Locations wie zum Beispiel bei der „Herz“-Tour. Was tut ihr dagegen, dass sich solche großen Hallen eventuell negativ auf die Stimmung niederschlagen könnten?
Wir haben es ja vorab bereits getestet und waren schon bei der letzten Tour bewusst ein paarmal in großen Hallen. Klar hat man davor immer Angst, ob vielleicht die Atmosphäre verloren gehen könnte, aber irgendwie schaffen es unsere Fans immer wieder, auch die Atomosphäre einer großen Halle zu ignorieren – und trotzdem zu feiern.

Peter:
Wir haben auch gelernt, weiter zu wachsen. Ganz am Anfang haben wir auf Kabarett-Bühnen gespielt – und dann war es schon der Wahnsinn, als wir irgendwann mal die 500-Besucher-Marke überschritten haben. Irgendwann waren wir dann mal bei 1.500 – und wahnsinnig aufgeregt vorher.

Anna:
Das Problem ist ja jetzt auch, dass in kleine Hallen natürlich nur wenige Fans passen – und wir mit ansehen müssen, wie die Schwarzmarktpreise für unsere Tickets explodieren. Klar haben wir dann manchmal einfach an mehreren Tagen in der gleichen Halle in der gleichen Stadt gespielt, aber auch das hat Grenzen, wir können ja nicht zwei Wochen lang in der gleichen Halle der gleichen Stadt spielen. Und spätestens dann steht man vor der Entscheidung, vielleicht doch gleich einfach eine größere Halle zu nehmen. Und bis jetzt ging das immer gut.

Peter:
Und wenn man die Münchner Olympiahalle als Beispiel nimmt – da zum Beispiel freu ich mich ganz besonders drauf. Die Sportfreunde Stiller zum Beispiel, die haben die Halle auch vollgemacht und hatten eine tolle Stimmung. Und wenn die das schaffen, schaffen wir das auch.


Habt ihr denn nach all den Jahren noch Lampenfieber?
Peter:
Ja, und wie!

Anna:
Auf jeden Fall. Ich lenk mich zum Beispiel vor einem Konzert ab, in dem ich mich ewig schminke.

Peter:
Und ich krieg entweder eine Albernheitsphase – oder ich werde einfach müde und fange an zu gähnen. Ich werde dann richtig schwer.

Anna:
Das passiert mir auch! Das ist ganz unangenehm!

Peter:
Dagen kann man fast nichts machen. Nur sich unterhalten. Oder rumrennen.


Kann euch denn überhaupt noch irgendetwas aus der Fassung bringen, während ihr auf der Bühne steht? Fans reagieren ja auch immer anders …
Anna:
Mich kann es ein bisschen aus der Fassung bringen, wenn sehr begeisterte Fans bei ganz ruhigen Stellen dazwischenbrüllen. Zumal dann alle zusammenzucken. Aber letztlich denkt man sich dann auch: WAS soll uns noch passieren, wenn zum Beispiel die Technik ausfällt? Irgendwie muss man ja doch immer weitermachen. Wenn wir nicht weitersingen, singen eben die anderen weiter. Wir hatten mal ein Konzert im strömenden Regen in Stuttgart. Obwohl das Wetter so schlecht war, sind die Leute trotzdem gekommen. Dann ist die Technik für unsere Instrumente ausgefallen. Trotzdem fanden die Leute das Konzert gut - und wir auch. So gesehen: Egal, was auch passiert – man kommt da irgendwie wieder raus.

Peter:
Bei mir ist immer der dritte Song entscheidend. Wenn es bis dahin gut läuft und die Leute entsprechend abgehen – dann bin ich auch ganz beruhigt. Und selbst, wenn ich mich am Klavier mal total verspiele oder die Anna rausbringe – gut, dann fangen wir den Song einfach nochmal von vorne an.

Wenn ihr nun auf 15 Jahre Bandgeschichte zurückblickt, gibt es denn dann ein Ereignis, was euch besonders in Erinnerung geblieben ist? Vielleicht ein ganz besonders schönes Ereignis?
Peter:
Das sind ganz ganz viele. Zum Beispiel ganz früher, als wir noch vor wenigen Leuten gespielt haben – und bei einem Konzert mal mit rund 40 Zuhörern gerechnet haben. Dann kamen wir zur Bühne und haben gehört: Es gab bereits 200 telefonische Ticket-Vorbestellungen! Das war ein Gefühl, das war unfassbar! Oder es gab in all den Jahren so viele Begegnungen mit Menschen, wo dann Freundschaften draus entstanden sind – sowas ist auch schön.

Anna:
Oder als ich ganz früher mal bei einem Konzert aus dem Fenster geschaut habe – und gesehen habe, dass die Leute in einer riesigen Schlange um den ganzen Block herum standen …

Habt ihr auf dem neuen Album einen persönlichen Lieblingssong?
Peter:
Wenn ich nur einen nennen darf … dann ist das auf jeden Fall „Anders als geplant“. Aber wenn ich mehr nennen darf … dann kommen auch „Nichts von alledem“ und „Ich bin ich“.

Anna:
Bei mir kann sich das von Sekunde zu Sekunde ändern. Im Moment ist es „Woran hält sich die Liebe“. Glaube ich. Das kann aber heute abend wieder anders sein.


Wenn das Album schon „Das große Leben“ heißt – was ist für euch das größte im Leben?
Anna:
Die Liebe!

Peter:
Auf jeden Fall! Mit all ihrem … Mist.


Zum Schluss noch eine Frage zu eurem Bandjubiläum. Ihr arbeitet jetzt bereits 15 Jahre zusammen, andere Bands haben sich in der Zeit schon wieder mehrfach aufgelöst. Wie schafft ihr es immer noch, eure Zusammenarbeit lebendig zu gestalten?
Anna:
Da gibt es eigentlich keinen Trick. Der große Vorteil ist aber wahrscheinlich, dass wir uns gegenseitig auch in Ruhe lassen können. Wir lassen uns beide unser eigenes Leben leben – und haben zum Beispiel nicht das Gefühl, laufend etwas zusammen unternehmen zu müssen. Ich denke, dass vor allem viele junge Bands das Problem haben, dass sie meinen, einfach alles gemeinsam gestalten zu müssen – nicht nur die Arbeit, sondern auch das Leben. Man kann ja befreundet sein – aber so geht man sich mit Sicherheit ziemlich schnell auf den Geist. Von daher finde ich es sehr gut, dass Peter und ich auch Abstand zueinander halten können.

Peter:
Das sehe ich ganz genauso. Der größte Fehler, den man machen kann, ist zu meinen, man müsste unter Zwang eine Menge gemeinsam machen – zum Beispiel sagen: „Mensch, wir müssen jetzt unbedingt mal wieder zusammen Billiard spielen, das haben wir ja früher immer getan“. Aber Anna und ich sind da beide zum Glück total gleich – wir können uns einfach in Ruhe lassen. Außerdem kennen wir uns nach all den Jahren wahnsinnig gut. Wir haben einfach unsere Bereiche abgesteckt – und deswegen ist bei uns alles klar.

Danke an

Quelle:http://www.prosieben.de/music_cd/artikel/21897/

[Editiert durch rosenstolzcommunity ein Donnerstag, März 2, 2006 @ 18:03]

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Foto: © Olaf Blecker - Universal

"Bei 'Das große Leben' hat es Knall gemacht!"
Bandjubiläum, neues Album und große Tourpläne: Rosenstolz im Interview

Ein Jahr lang war es still um die Berliner Band "Rosenstolz" – jetzt sind Anna R. und Peter Plate mit einer neuen Single und dem neuen Album "Das große Leben" am Start. Stefanie Bley hat Rosenstolz für ProSieben.de in München getroffen – und mit der Band über die neue CD, die geplante Tour und das 15-jährige Rosenstolz-Jubiläum gesprochen.

Fast zwei Jahre sind seit eurem letzten Studioalbum Herz ins Land gegangen, ein ganzes Jahr lang gab es keine Konzerte – und jetzt bringt ihr mit „Das große Leben“ ein unglaublich ergreifendes Album heraus. Was hat euch in den letzten Monaten bei eurer Arbeit inspiriert?
Peter:
Das wichtigste war für uns vor allem, dass wir den Mut hatten, an einem Punkt, wo alles für uns super lief, einfach mal aufzuhören, eine Pause zu machen und die Bremse zu ziehen. Wir haben uns bewusst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und uns gesagt: „Jetzt machen wir mal wieder unser Ding“. Und unser Ding ist vor allem Musik machen, Texte schreiben und kreativ sein. Auf der Bühne zu stehen ist zwar wunderbar – aber dadurch, dass wir viel Ruhe hatten, ist ein gutes Album entstanden. Da war aber kein großer Plan dahinter.

Anna:
Genau, das ist einfach so passiert.

Hat euch im vergangenen Jahr denn auch mal etwas gefehlt – nach der langen „Herz“-Tour, zahlreichen Zusatzkonzerten … Seid ihr da nicht in ein Loch gefallen?
Anna:
Die lange Tour und die ganzen Jahre davor – die waren einfach genug. Und deswegen habe ich im letzten Jahr so gar nichts vermisst. Im Gegenteil – ich habe die Ruhe genossen.

Peter:
Wir haben vor allem ja immer gewusst: Wir kommen wieder, es geht weiter. Wir wären bestimmt in ein Loch gefallen, wenn wir gesagt hätten: „O.k. Rosenstolz, das war es jetzt“. Aber da das außer Frage stand, konnte auch ich diese Auszeit zulassen und genießen. Mir hat in der Zeit nichts, aber auch gar nichts gefehlt. Ich bin sowieso eher ein Einzelgänger beziehungsweise finde Zweisamkeit auch ganz schön, aber viele Menschen sind jetzt auch nicht immer mein Ding.


Euer neues Album heißt „Das große Leben“. Wie ist der Titel zustande gekommen?
Peter:
Als die Lieder alle fertig waren, hatten wir noch keinen Titel. Und es war auch kein Songtitel dabei, von dem wir gesagt hätten: O.k., das ist ein Albumtitel. „Ander als geplant“ zum Beispiel fanden wir als Songtitel super – aber als Albumtitel total spröde. Dann haben wir nach einer Klammer gesucht und angefangen, einen Zettel zu schreiben mit Millionen Ideen. Und bei „Das große Leben“ hat es dann „Knall“ gemacht! Schließlich erzählen wir Geschichten aus dem Leben, bei denen man am Ende dann feststellt: „Ja, genauso ist das Leben“. Und das Leben an sich ist ja auch groß.

Nun sind die Songs vom „großen Leben“ ja eher ruhig, sehr melodiös … Wie wird sich das auf die Tour auswirken? Wird die auch ruhiger als sonst?
Anna:
Definitiv nicht! Wahrscheinlich werden einige der Songs auch noch ein wenig umarrangiert, dass sie live ein bisschen mehr knallen. Aber wir spielen ja auch nicht nur neue Songs, sondern auf jeden Fall auch wieder unsere Highlights – und da wird es mit Sicherheit zur Genüge krachen!

Peter:
Ich glaube auch, dass Stücke wie „Ich bin ich“ oder „Ich geh in Flammen auf“ gut live funktionieren werden – die sind ja nicht sooo langsam. Auf dem „Herz“-Album hatten wir ja als schnelle Lieder auch nur „Willkommen“ und „Das gelbe Monster“ im Angebot.

Einen Song von eurem neuen Album, nämlich „Ich geh in Flammen auf“ habt ihr ja bereits bei der letzten Tour schon einmal live vor Publikum vorgestellt. Welchen Stellenwert haben solche Tests für euch?
Peter:
Die sind sehr wichtig. Bei „Ich geh in Flammen auf“ haben wir zum Beispiel gemerkt, dass die Version, die wir live getestet haben, auf einer CD gar nicht funktioniert. Wir haben die zwar zunächst mal so aufgenommen, aber das klang schrecklich. Live und CD – das sind dann doch zwei unterschiedliche Welten. Ob so ein Vorab-Test dann wirklich so eine große Hilfe ist, weiß ich dann gar nicht mehr so genau.

Anna:
Wobei – eigentlich hatte dieser Song auf der letzten Tour ja vor allem damit zu tun, dass Peter wieder nicht aufhören konnte, neue Songs zu schreiben – und dann gemeint hat, dass er den Titel unbedingt mit auf der Tour haben will. Also haben wir ihn halt mitgenommen.

Peter:
not available ja, mein Aktivismus ist das eine – aber andererseits ist so ein Song dann auch ein Dankeschön für so viele Fans, die immer wieder zu uns kommen. Und wenn die dann mal erleben, dass ihr achtes Konzert einer Tour anders ist als das erste, dann ist das für die ja auch ganz schön. Das macht Spaß!


Nun ist es ja so, dass ihr auf euren Konzerten bekanntermaßen auch große Massen begeistern könnt – so wie zum Beispiel in der Berliner Wuhlheide. Trotzdem fällt bei eurem Tourplan für die nächsten Monate auf, dass ihr generell eher in den großen Hallen spielt – und nicht mehr in den niedlichen kleinen Locations wie zum Beispiel bei der „Herz“-Tour. Was tut ihr dagegen, dass sich solche großen Hallen eventuell negativ auf die Stimmung niederschlagen könnten?
Wir haben es ja vorab bereits getestet und waren schon bei der letzten Tour bewusst ein paarmal in großen Hallen. Klar hat man davor immer Angst, ob vielleicht die Atmosphäre verloren gehen könnte, aber irgendwie schaffen es unsere Fans immer wieder, auch die Atomosphäre einer großen Halle zu ignorieren – und trotzdem zu feiern.

Peter:
Wir haben auch gelernt, weiter zu wachsen. Ganz am Anfang haben wir auf Kabarett-Bühnen gespielt – und dann war es schon der Wahnsinn, als wir irgendwann mal die 500-Besucher-Marke überschritten haben. Irgendwann waren wir dann mal bei 1.500 – und wahnsinnig aufgeregt vorher.

Anna:
Das Problem ist ja jetzt auch, dass in kleine Hallen natürlich nur wenige Fans passen – und wir mit ansehen müssen, wie die Schwarzmarktpreise für unsere Tickets explodieren. Klar haben wir dann manchmal einfach an mehreren Tagen in der gleichen Halle in der gleichen Stadt gespielt, aber auch das hat Grenzen, wir können ja nicht zwei Wochen lang in der gleichen Halle der gleichen Stadt spielen. Und spätestens dann steht man vor der Entscheidung, vielleicht doch gleich einfach eine größere Halle zu nehmen. Und bis jetzt ging das immer gut.

Peter:
Und wenn man die Münchner Olympiahalle als Beispiel nimmt – da zum Beispiel freu ich mich ganz besonders drauf. Die Sportfreunde Stiller zum Beispiel, die haben die Halle auch vollgemacht und hatten eine tolle Stimmung. Und wenn die das schaffen, schaffen wir das auch.


Habt ihr denn nach all den Jahren noch Lampenfieber?
Peter:
Ja, und wie!

Anna:
Auf jeden Fall. Ich lenk mich zum Beispiel vor einem Konzert ab, in dem ich mich ewig schminke.

Peter:
Und ich krieg entweder eine Albernheitsphase – oder ich werde einfach müde und fange an zu gähnen. Ich werde dann richtig schwer.

Anna:
Das passiert mir auch! Das ist ganz unangenehm!

Peter:
Dagen kann man fast nichts machen. Nur sich unterhalten. Oder rumrennen.


Kann euch denn überhaupt noch irgendetwas aus der Fassung bringen, während ihr auf der Bühne steht? Fans reagieren ja auch immer anders …
Anna:
Mich kann es ein bisschen aus der Fassung bringen, wenn sehr begeisterte Fans bei ganz ruhigen Stellen dazwischenbrüllen. Zumal dann alle zusammenzucken. Aber letztlich denkt man sich dann auch: WAS soll uns noch passieren, wenn zum Beispiel die Technik ausfällt? Irgendwie muss man ja doch immer weitermachen. Wenn wir nicht weitersingen, singen eben die anderen weiter. Wir hatten mal ein Konzert im strömenden Regen in Stuttgart. Obwohl das Wetter so schlecht war, sind die Leute trotzdem gekommen. Dann ist die Technik für unsere Instrumente ausgefallen. Trotzdem fanden die Leute das Konzert gut - und wir auch. So gesehen: Egal, was auch passiert – man kommt da irgendwie wieder raus.

Peter:
Bei mir ist immer der dritte Song entscheidend. Wenn es bis dahin gut läuft und die Leute entsprechend abgehen – dann bin ich auch ganz beruhigt. Und selbst, wenn ich mich am Klavier mal total verspiele oder die Anna rausbringe – gut, dann fangen wir den Song einfach nochmal von vorne an.

Wenn ihr nun auf 15 Jahre Bandgeschichte zurückblickt, gibt es denn dann ein Ereignis, was euch besonders in Erinnerung geblieben ist? Vielleicht ein ganz besonders schönes Ereignis?
Peter:
Das sind ganz ganz viele. Zum Beispiel ganz früher, als wir noch vor wenigen Leuten gespielt haben – und bei einem Konzert mal mit rund 40 Zuhörern gerechnet haben. Dann kamen wir zur Bühne und haben gehört: Es gab bereits 200 telefonische Ticket-Vorbestellungen! Das war ein Gefühl, das war unfassbar! Oder es gab in all den Jahren so viele Begegnungen mit Menschen, wo dann Freundschaften draus entstanden sind – sowas ist auch schön.

Anna:
Oder als ich ganz früher mal bei einem Konzert aus dem Fenster geschaut habe – und gesehen habe, dass die Leute in einer riesigen Schlange um den ganzen Block herum standen …

Habt ihr auf dem neuen Album einen persönlichen Lieblingssong?
Peter:
Wenn ich nur einen nennen darf … dann ist das auf jeden Fall „Anders als geplant“. Aber wenn ich mehr nennen darf … dann kommen auch „Nichts von alledem“ und „Ich bin ich“.

Anna:
Bei mir kann sich das von Sekunde zu Sekunde ändern. Im Moment ist es „Woran hält sich die Liebe“. Glaube ich. Das kann aber heute abend wieder anders sein.


Wenn das Album schon „Das große Leben“ heißt – was ist für euch das größte im Leben?
Anna:
Die Liebe!

Peter:
Auf jeden Fall! Mit all ihrem … Mist.


Zum Schluss noch eine Frage zu eurem Bandjubiläum. Ihr arbeitet jetzt bereits 15 Jahre zusammen, andere Bands haben sich in der Zeit schon wieder mehrfach aufgelöst. Wie schafft ihr es immer noch, eure Zusammenarbeit lebendig zu gestalten?
Anna:
Da gibt es eigentlich keinen Trick. Der große Vorteil ist aber wahrscheinlich, dass wir uns gegenseitig auch in Ruhe lassen können. Wir lassen uns beide unser eigenes Leben leben – und haben zum Beispiel nicht das Gefühl, laufend etwas zusammen unternehmen zu müssen. Ich denke, dass vor allem viele junge Bands das Problem haben, dass sie meinen, einfach alles gemeinsam gestalten zu müssen – nicht nur die Arbeit, sondern auch das Leben. Man kann ja befreundet sein – aber so geht man sich mit Sicherheit ziemlich schnell auf den Geist. Von daher finde ich es sehr gut, dass Peter und ich auch Abstand zueinander halten können.

Peter:
Das sehe ich ganz genauso. Der größte Fehler, den man machen kann, ist zu meinen, man müsste unter Zwang eine Menge gemeinsam machen – zum Beispiel sagen: „Mensch, wir müssen jetzt unbedingt mal wieder zusammen Billiard spielen, das haben wir ja früher immer getan“. Aber Anna und ich sind da beide zum Glück total gleich – wir können uns einfach in Ruhe lassen. Außerdem kennen wir uns nach all den Jahren wahnsinnig gut. Wir haben einfach unsere Bereiche abgesteckt – und deswegen ist bei uns alles klar.

Danke an

Quelle:http://www.prosieben.de/music_cd/artikel/21897/

[Editiert durch rosenstolzcommunity ein Donnerstag, März 2, 2006 @ 18:03]

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