free web tracker
Winterherz Top 100 Gothic Toplist by nachtwelten Bannerexchange by darkvampires.de Hier gehts zur neuen Topliste Somnium - Top 150
User Kontrollpaneel Registrieren Sie sich! Zeige alle registrierten Mitglieder Suchen im Forum Hilfe benötigt?
~*~ Die Foren der Phoenix Noctulus ~*~
Gothic: Allgemein
Ausgeschrieben: Kann man Gothic definieren?
Autor Mitteilungstext
Seneca
Member

Posts: 19

Original

Was ich mache, ich arrangiere mich, aber das hindert mich nicht daran, meine Position zu verteidigen...!

Ich erlaube mir zu definieren, und weiß, das ich darin bereits breiten Rückhalt gefunden habe:

Die Hintergründe und Motive der schwarzen Subkultur erfuhren mit jeder neuen Generation immer wieder grundlegende Wandel.
Trotzdem finden sich heute wie vor zwanzig Jahren Szene-Mitglieder aufgrund ähnlich lautender Motive zusammen.
Die düster-morbide Ästhetik steht dabei nicht alleine im Vordergrund.
Vielmehr ist es das Wissen, in der Szene Gleichgesinnte für den Ausdruck der eigenen Gedanken und Gefühle in Bezug auf das Leben an sich und das Dasein in dieser Gesellschaft zu finden, welches einen entscheidenden Anreiz zum Anschluss an die Szene bildet.
Vom Bürgertum geächtete, persönliche Einstellungen und Vorlieben geistiger oder auch sexueller Art stoßen in der Szene in der Regel nicht auf Ablehnung.
Man trifft vielmehr gleich denkende und fühlende Leute, mit denen ein Austausch möglich ist und die einem darüber hinaus das Gefühl geben, nicht "anormal" oder "pervers" zu sein.
In diesem geschützten Umfeld ist es den Szene-Mitgliedern möglich, ihre Phantasien auszuleben und kreativ in Form von Kunst, Literatur, Mode oder Musik umzusetzen.
Anders als andere Szenen, welche sich oft nur auf einen gemeinsamen Nenner wie etwa Mode, Musik, politische Aktivitäten oder Hass gegen Minderheiten reduzieren lassen, wird die schwarze Szene mit ihren Hintergründen nie "out" sein oder Gefahr laufen, sich zu überleben.
In jeder Generation gibt es Menschen, deren Lebenseinstellung und Selbstdarstellung in der Szene ihr Ziel finden.
So lassen sich z. B. geistige Brücken zu der Minne-Bewegung des Mittelalters, dem Mystizismusboom im 18. Jahrhundert, zu der düsteren Romantik des 19. Jahrhunderts (welche besonders in den "Gothic Novels" ihren Ausdruck fand), den freien und als dekadent geltenden 20er Jahren, der existenzphilosophischen Bewegung und den Hippies der 60er Jahre, bis zu unserer heutigen, durch allgegenwärtige Medienpräsenz zur Faszination an Tod und Grauen geschulten Zeit schlagen.
Gothic ist keinen Lebensphilosophie per se, ebenso wenig wie das Leben einen speziellen Grund oder einen Sinn hat.
Vergessen wir den Begriff Gothic auch besser sogleich wieder, denn nicht jeder definiert sich gerne so. Manche sehen darin mittlerweile schon eine Beleidigung.
Was diese Bewegung, die wie schon gesagt, früher sehr viele Anleihen aus der Epoche der Aufklärung, des Humanismus und den Ideen der Existenzialisten bezog, aber auf jeden fall sein wollte, war der Weg zur Selbstfindung, zur Selbstdefinition, eben jene erwähnte Plattform, auf der man sich ausprobieren kann, ohne auf nichts weiter als Unverständnis oder sofortige Ablehnung zu stoßen.
Auch dieser Weg war lang, denn als sich die schwarze Szene bildete, ging es den damals ausschließlich jungen Anhänger in erster Linie nur darum, anders zu sein, fast alles etablierte abzulehnen, sich abzugrenzen und zu schockieren...

Wenn man nicht gerade Rockstar ist, kann man damit natürlich kein Leben aufbauen, es sei denn, man bringt sich mit 23 um.

Daher haben sich die meisten der "Gruftis" von früher, spätestens in den 90ern zu etwas anderem entwickelt, sofern sie nicht komplett ausgestiegen sind, was man angesichts der Schwierigkeiten niemandem Übel nehmen kann. sie entwickelten eben jene Subkultur, die gerne Anleihen aus antihedonistischen Lehren bezog, ohne dabei zu einer dogmatischen Heilslehre werden zu wollen, im Gegenteil.
Man ist sich der Tatsache sehr wohl bewusst, daß es keinen realen Ausweg mehr gib, das keinen "Heilsbringer" geben wird.
Dies mag die Grundlegende Melancholische Komponente ausmachen, die innerhalb aller Splittergruppen mitschwingt.
Man bezog damit aber auch ganz klar Stellung gegen die ebenfalls gerade erwachsende Rave-Kultur.
Welche Werte der Einzelne nun wie weit für sich annimmt, kann ich von meiner Warte aus nicht beurteilen. Es ist aber auffällig daß die Subkultur, nicht zu verwechseln mit der "Clubszene", sich stark aus Charakteren mit halbwegs kompatiblem Lebensphilosophien zusammensetzt, die nach wie vor auf menschlicher Nähe, und gegenseitiger Unterstützung sowie einer gewissen überdurchnittlichen, nicht aber unbegrenzten Toleranz innerhalb der Subkultur setzen.
Tugenden die zwar allgemein gerne zitiert werden, in der Praxis aber eher ein braches Feld darstellen.

Es fällt natürlich leichter, diese im kleinen auszuleben, und eben diese Plattform, die Subkultur vor Ort, macht es oft leichter, weil sich dort leichter Individuen finden, die sich diesem Ideal verpflichtet fühlen.

Kurz gesagt:

Der eigene Existenz einen Sinn geben, Sinn für Ästhetik abseits der eingetretenen Pfade, Misstrauen gegenüber Etabliertem, und der Mut, dieses Streben nach einer anderen Lebensart auch für jeden erkennbar kundzutun...!

[Editiert durch Seneca ein Freitag, März 4, 2005 @ 02:14]

Seneca
Member

Posts: 19

Übersetzen

Was ich mache, ich arrangiere mich, aber das hindert mich nicht daran, meine Position zu verteidigen...!

Ich erlaube mir zu definieren, und weiß, das ich darin bereits breiten Rückhalt gefunden habe:

Die Hintergründe und Motive der schwarzen Subkultur erfuhren mit jeder neuen Generation immer wieder grundlegende Wandel.
Trotzdem finden sich heute wie vor zwanzig Jahren Szene-Mitglieder aufgrund ähnlich lautender Motive zusammen.
Die düster-morbide Ästhetik steht dabei nicht alleine im Vordergrund.
Vielmehr ist es das Wissen, in der Szene Gleichgesinnte für den Ausdruck der eigenen Gedanken und Gefühle in Bezug auf das Leben an sich und das Dasein in dieser Gesellschaft zu finden, welches einen entscheidenden Anreiz zum Anschluss an die Szene bildet.
Vom Bürgertum geächtete, persönliche Einstellungen und Vorlieben geistiger oder auch sexueller Art stoßen in der Szene in der Regel nicht auf Ablehnung.
Man trifft vielmehr gleich denkende und fühlende Leute, mit denen ein Austausch möglich ist und die einem darüber hinaus das Gefühl geben, nicht "anormal" oder "pervers" zu sein.
In diesem geschützten Umfeld ist es den Szene-Mitgliedern möglich, ihre Phantasien auszuleben und kreativ in Form von Kunst, Literatur, Mode oder Musik umzusetzen.
Anders als andere Szenen, welche sich oft nur auf einen gemeinsamen Nenner wie etwa Mode, Musik, politische Aktivitäten oder Hass gegen Minderheiten reduzieren lassen, wird die schwarze Szene mit ihren Hintergründen nie "out" sein oder Gefahr laufen, sich zu überleben.
In jeder Generation gibt es Menschen, deren Lebenseinstellung und Selbstdarstellung in der Szene ihr Ziel finden.
So lassen sich z. B. geistige Brücken zu der Minne-Bewegung des Mittelalters, dem Mystizismusboom im 18. Jahrhundert, zu der düsteren Romantik des 19. Jahrhunderts (welche besonders in den "Gothic Novels" ihren Ausdruck fand), den freien und als dekadent geltenden 20er Jahren, der existenzphilosophischen Bewegung und den Hippies der 60er Jahre, bis zu unserer heutigen, durch allgegenwärtige Medienpräsenz zur Faszination an Tod und Grauen geschulten Zeit schlagen.
Gothic ist keinen Lebensphilosophie per se, ebenso wenig wie das Leben einen speziellen Grund oder einen Sinn hat.
Vergessen wir den Begriff Gothic auch besser sogleich wieder, denn nicht jeder definiert sich gerne so. Manche sehen darin mittlerweile schon eine Beleidigung.
Was diese Bewegung, die wie schon gesagt, früher sehr viele Anleihen aus der Epoche der Aufklärung, des Humanismus und den Ideen der Existenzialisten bezog, aber auf jeden fall sein wollte, war der Weg zur Selbstfindung, zur Selbstdefinition, eben jene erwähnte Plattform, auf der man sich ausprobieren kann, ohne auf nichts weiter als Unverständnis oder sofortige Ablehnung zu stoßen.
Auch dieser Weg war lang, denn als sich die schwarze Szene bildete, ging es den damals ausschließlich jungen Anhänger in erster Linie nur darum, anders zu sein, fast alles etablierte abzulehnen, sich abzugrenzen und zu schockieren...

Wenn man nicht gerade Rockstar ist, kann man damit natürlich kein Leben aufbauen, es sei denn, man bringt sich mit 23 um.

Daher haben sich die meisten der "Gruftis" von früher, spätestens in den 90ern zu etwas anderem entwickelt, sofern sie nicht komplett ausgestiegen sind, was man angesichts der Schwierigkeiten niemandem Übel nehmen kann. sie entwickelten eben jene Subkultur, die gerne Anleihen aus antihedonistischen Lehren bezog, ohne dabei zu einer dogmatischen Heilslehre werden zu wollen, im Gegenteil.
Man ist sich der Tatsache sehr wohl bewusst, daß es keinen realen Ausweg mehr gib, das keinen "Heilsbringer" geben wird.
Dies mag die Grundlegende Melancholische Komponente ausmachen, die innerhalb aller Splittergruppen mitschwingt.
Man bezog damit aber auch ganz klar Stellung gegen die ebenfalls gerade erwachsende Rave-Kultur.
Welche Werte der Einzelne nun wie weit für sich annimmt, kann ich von meiner Warte aus nicht beurteilen. Es ist aber auffällig daß die Subkultur, nicht zu verwechseln mit der "Clubszene", sich stark aus Charakteren mit halbwegs kompatiblem Lebensphilosophien zusammensetzt, die nach wie vor auf menschlicher Nähe, und gegenseitiger Unterstützung sowie einer gewissen überdurchnittlichen, nicht aber unbegrenzten Toleranz innerhalb der Subkultur setzen.
Tugenden die zwar allgemein gerne zitiert werden, in der Praxis aber eher ein braches Feld darstellen.

Es fällt natürlich leichter, diese im kleinen auszuleben, und eben diese Plattform, die Subkultur vor Ort, macht es oft leichter, weil sich dort leichter Individuen finden, die sich diesem Ideal verpflichtet fühlen.

Kurz gesagt:

Der eigene Existenz einen Sinn geben, Sinn für Ästhetik abseits der eingetretenen Pfade, Misstrauen gegenüber Etabliertem, und der Mut, dieses Streben nach einer anderen Lebensart auch für jeden erkennbar kundzutun...!

[Editiert durch Seneca ein Freitag, März 4, 2005 @ 02:14]

Kontakt | Homepage

Forenfuchs.de - Kostenloses Forum für Ihre Homepage - Support Forum - Powered by xa-media.com
Kostenloses Forum einrichten
iphpbb.com - Kostenloses Forum - Professionelles phpbb Forum für Ihre Community
xa-board.com - Gratis Forum - Holen Sie sich Ihr kostenloses CC Forum
Netaufkleber.com - Aufkleber - Bestellen Sie Aufkleber schnell und einfach im Internet
BBoard.de - Forum Kostenlos - Richten Sie sich Ihr persönliches Forum kostenlos ein

counter by CountIT.ch
Powered by CuteCast Version 1.2
Copyright © 2001-2002 ArtsCore Studios
Deutsche Übersetzung von Inspire-world.de
Hier gehts zur Topliste Neksus Gothic Topliste Hier gehts zu -=Verlorene Seelen Top 100=- Hier gehts zur Topliste ~ Perlentau Top 100 ~ Hier gehts zur neuen Topliste
GothicParadise.de - Top100 Top 1000 Gothic-Toplist Hier gehts zur Topliste Silverdragon - Top 300
ToterEngel Top100 Hier gehts zur neuen Topliste